Jeder Tag beginnt mit dem “freien Spiel”, d.h. jedes Kind kann frei auswählen, womit, mit wem und wie lange es spielt.
Wir Erzieherinnen geben den Kindern Anregungen und Anleitungen, wenn sie einmal nicht wissen, mit wem sie spielen könnten. Jedes Kind kann also im Kinderhaus nach Herzenslust spielen.
Den ganzen Tag spielen, mag für viele Erwachsene heißen:
Den ganzen Tag “nur” spielen. Für das Kind heißt es:
Den ganzen Tag lernen, begreifen, Erfahrungen sammeln und sich wohl fühlen.
Im Spiel verarbeiten die Kinder ihre täglichen Erfahrungen. Dadurch bereiten sie sich auf das Leben vor.
Die Kinder durchleben im Spiel Gefühle wie Freude, Wut, Zuneigung, Begeisterung, Stärke, Schwäche usw.
Spielen fördert außerdem die Phantasie, Ausdauer und Konzentration des Kindes. Im freien Spiel lernen die Kinder sich mit den Spielkameraden auseinander zu setzen. Sie lernen zu tauschen, zu teilen, anderen zu helfen, Wünsche und Bedürfnisse zu äußern, Freunde zu gewinnen, nachzugeben usw...
Beim Spielen mit Gegenständen “begreift” das Kind deren Sinn und Funktion, indem es sie anfaßt, bewegt, aneinander reiht, mit ihnen experimentiert. Es lernt Dinge zu vergleichen und zu unterscheiden, ihren Nutzen zu erkennen und sie zu bezeichnen. So lernt das Kind allmählich begrifflich zu denken und eine logische Struktur seines Verstandes aufzubauen.
All das, was Ihr Kind im täglichen Freispiel lernt, begreift und durchlebt, was Ihr Kind reifen und wachsen lässt, mag für Sie als Eltern nicht so nachweisbar sein, wie etwas Gebasteltes, Gemaltes o. ä., wir Erzieherinnen wünschen uns aber, dass Sie als Eltern den Wert des Freispiels erkennen und anerkennen.